Das Abendmahl (Herrenmahl, Brotbrechen oder Gedächtnismahl genannt) gehört zusammen mit der Taufe zu den gottesdienstlichen Handlungen, die alle christlichen Kirchen praktizieren.

Das letzte Mahl Jesu wird in den drei synoptischen Evangelien beschrieben:

In allen drei Berichten stehen die sogenannten Einsetzungsworte Jesu im Zentrum. Markus (v.22ff):

Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird. Wahrlich ich sage euch: Ich werde fortan nicht trinken vom Gewächs des Weinstocks bis zu dem Tag, an dem ich neu trinke im Reich Gottes.

Paulus überliefert in 1. Korintherbrief 11,23-26 eine andere Fassung dieser Worte, die er "vom Herrn" empfing:

Der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, nahm er das Brot, dankte und brach es und sprach: Nehmt, esst, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Ebenso nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; solches tut, so oft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esst und von diesem Kelch trinkt, verkündigt ihr des Herrn Tod, bis er kommt.

 

Das reformierte Abendmahlsverständnis wird auch von vielen Freikirchen, insbesondere von den Baptisten, geteilt. Sie verwerfen vor allem die römisch-katholische Opfertheologie, nach der der Leib und das Blut Jesu Christi "in unblutiger Weise" in jedem sogenannten Messopfer gegenwärtig wird. Dieses widerspricht ihres Erachtens den eindeutigen biblischen Aussagen, die die Einmaligkeit des Opfers Jesu am Kreuz von Golgota betonen. Deshalb gibt es in ihren Kirchen auch keinen Altar. Altäre wurden und werden ja im Zusammenhang von darzubringenden Opfern gebraucht. Baptisten feiern ihr Abendmahl so, wie es nach ihrer Überzeugung zur Zeit der urchristlichen Gemeinde geschah: an einem Tisch, dem "Tisch des Herrn". Die Gemeinde Jesu feiert hier das Abendmahl in Erinnerung an das "allgenugsame" Opfer Jesu am Kreuz. Sie betonen dabei den Gemeinschaftscharakter des Abendmahls stärker als ihre reformierten Schwesterkirchen: Die Ortsgemeinde versammelt sich um den Tisch des Herrn, um aus der Hand des erhöhten Christus Brot und Kelch als Zeichen seiner Liebe zu empfangen. Dies wird auch in der formalen Gestaltung der baptistischen Abendmahlsliturgie deutlich: Während die reformierten Abendmahlsteilnehmer aus ihren Sitzreihen heraus treten, um vorne am Abendmahlstisch Brot und kelch zu empfangen, bleiben die Baptisten auf ihren Plätzen; Brot und Kelch werden ihnen durch die Diakone gebracht. Sie selbst reichen dann - oft mit einem Segenswort verbunden - das Abendmahl an ihren Sitznachbarn weiter. Wer nicht teilnehmen möchte, lässt Brot und Kelch an sich vorüber gehen. Wie es nach ihrer Überzeugung auch in der urchristlichen Gemeinde der Fall war, ist ein besonderes bzw. vermittelndes Priestertum nicht nötig; es widerspricht sogar nach Ansicht der Baptisten dem eigentlichen Charakter des Abendmahls: "Hier muss unmissverständlich deutlich werden: Einer ist euer Meister: Jesus Christus; ihr aber seid Brüder!"

 

 

Infos sind auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Abendmahl nachzulesen.